Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming ist ein Querschnittsthema für alle Verwaltungen. Gender Mainstreaming bedeutet, dass bei allen Vorhaben, Entscheidungen und in allen Handlungsfeldern der Verwaltung die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig berücksichtigt werden, da "es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt" (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004).

 

Gender bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.

Mainstreaming bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.


Einen guten Einführungstext in das Thema hat Dr. Barbara Stiegler verfasst, der Text beantwortet kurz und prägnant die folgenden Fragen:

>>> Herunterladen des Textes "Gender Mainstreaming" von Dr. Barbara Stiegler (Quelle: http://www.fes.de/gender/gm.htm)

Die 4 R-Methode zur Gender-Anlalyse


Bei der Unsetzung von Gender Mainstreaming wird die sogenannte 4 R-Methode empfohlen.

R1 – Repräsentanz

Hier geht es um die datenbezogene Darstellung der von einer Maßnahme oder Zielsetzung betroffenen Frauen und Männer.

Leitfragen u. a.:

  • Wie viele Frauen und Männer sind beteiligt / betroffen?
  • Welche Daten zu Alter, Elternschaft, Hierarchieebene etc. müssen beachtet werden?

R2 – Ressourcen

Mit Ressourcen sind materielle und immaterielle Mittel, Kompetenzen (Wissen und Fähigkeiten, auch bislang ungenutzte) gemeint, die zwischen Männern und Frauen verteilt und von diesen eingesetzt werden (können), v. a. Geld, Zeit, Raum, aber auch andere Ressourcen.

Leitfragen u. a.:

  • Wie werden welche Ressourcen verteilt und eingesetzt?
  • Werden auch die Ressourcen Macht, Bildung, Ausbildung, Technologien, Gesundheitsversorgung, Arbeitskraft, Wohnverhältnisse, Transportmöglichkeiten, beachtet, genutzt und bewertet?
  • Welche Ressourcen stehen wem zur Verfügung?

R3 – Resümee

Hier geht es um die Benennung von Ursachen und Begründungszusammenhängen für Unausgewogenheiten in den maßnahmebezogenen Geschlechterverhältnissen.

Leitfragen u. a.:

  • Wie kommt es, dass die Geschlechterverteilung in der Repräsentanz und Ressourcenverteilung so aussieht, wie sie aussieht?
  • Welche Bedeutung haben Normen, Werte, Geschlechterrollen und Leitbilder in diesem Zusammenhang?
  • Wie werden die bisher ermittelten Ergebnisse aus R1 und R2 im Sinn von Geschlechterdemokratie bewertet?

 R4 – Realisierung

Hier geht es um die Entwicklung von Strategien zur Veränderung und Konsequenzen für künftiges Handeln von Frauen und Männern.

Leitfragen u. a.:

  • Was muss wie verändert werden, dass die Maßnahme geschlechterdemokratisch gestaltet wird?
  • Ist sichergestellt, dass die eingeleiteten Schritte überprüft werden (Gender Controlling, Qualitätssicherung)?

© GenderConsultings/Martini & Bentheim, Hamburg

Gender Mainstreaming im Internet

  Hier finden Sie aktuelle Informationen und zahlreiche Publikationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
>>> http://www.gender-mainstreaming.net/
  Das GenderKompetenzZentrum engagiert sich im Kontext der Gleichstellungs-, Antidiskriminierungs- und Diversitätspolitik. Es ist immer auch an einer fortdauernden Kritik und Umarbeitung dieser Konzepte beteiligt.
>>> www.genderkompetenz.info
 Wissensnetz Bundesverwaltung

Wissensnetz Gender Mainstreaming in der Bundesverwaltung - ein Ratgeber für alle, die in der Bundesverwaltung geschlechterdifferenziert und gleichstellungsorientiert arbeiten wollen.
>>> http://www.gender-mainstreaming.net/gm/wissensnetz.html